Nach zehn aufschluss- und erlebnisreichen Monaten in Bremen bin ich wieder in der Heimat. Es ist noch ein wenig komisch, dass ich morgens nicht zur Bibliothek fahre, dass ich nich bei Rewe einkaufe, dass ich mittwoch abends nicht “Hallelu et adonai” singe, dass ich beim Mittagessen nicht in der Schlange beim Essen II stehe und dass ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs bin…
Ich bin wieder zu Hause. Aber es ist nicht mehr die alte Heimat, die ich vor zehn Monaten hinterlassen habe. Sie ist ganz anders. Ich bin ganz anders…
Aus Koblenz ist es Przemeks liebevolles Lächeln. Aus Bremen vor fünf Jahren ist Elodies traurige Miene in meiner Abschiedsparty und ihr Satz „Oh, Petschko, aber du gehst schon…“ Aus Maastricht der letzte Händedruck – spontan, innig und vielsagend – mit Rob. Und der Augenkontakt von zwei Männern, die das nie ausgesprochen haben, aber gute Freunde geworden sind.
Diesmal sind es ein spontanes Abschiedsgebet mit dem engen Bibelkreis und ein festes Umarmen von Herrn Böning. Diese zwei Gesten bringen diese zehn Monate in Bremen besser zum Ausdruck als alle Worte.
Alles Gute, liebe Freunde in Bremen!
Ciaooooo Bremen!
Ich bin allergisch auf diese Frage. Tut mir Leid, ich kann mich daran nicht gewöhnen, dass es keine richtige Frage nach dem körperlich-seelischen Zustand des Anderen ist, sondern nur eine (Höflichkeits)Phrase, ein erweitertes “hallo”.
Entweder soll sich jemand wirklich Interesse an meiner aktuellen Laune, meinem Wohlergeben oder was auch immer haben – und dann wirklich fragen oder nicht. Aber dann, bitte, kein “wie geht´s”! Ein “hi” oder “moin” reicht vollkommen aus.
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Eines der Ziele für Bremen war auch eine Publikation. Ein Artikel in einer Fachzeitschrift oder eine Studie in einem Sammelband. Es ist ein Buch geworden.
Natürlich bin ich nur ein Co-Autor (bzw. Co-Herausgeber), aber immerhin: den eigenen Namen auf einem Titelblatt zu lesen ist kein schlechtes Gefühl. Auch wenn es nur um Kurzbiografien handelt, die wir zu schreiben hatten. Herzliche Danksage an die Kollegen im Institut, dass ich mitmachen durfte.

Der Band enthält knapp 100 Antworte auf eine Rundfrage zur Lösung der Judenfrage, die Julius Moses 1906 durchgeführt hat. Zum Thema hat sich unter anderem auch Thomas Mann, Maxim Gorki oder Rainer Maria Rilke geäußert. Ihre Meinung und die Stellungnahme weiterer Persönlichkeiten des damaligen öffentlichen Lebens wurde jetzt zusammengestellt mit Biographien versehen und herausgegeben. Der Band wurde dem Sohn von Julius Moses, Herrn Kurt Nemitz zum 85. Geburtstag gewidmet.
Oh, ja, der final countdown hat angefangen. Nach dem Abschiedsgeschenk von der “Donnerstagsfußballtruppe” war ich am Freitag zu Herrn Bönig zum Abschiedsgrillen eingeladen. Es war sehr lieb von ihm und den Kollegen. Das beste daran war, dass ich sie anders erlebt habe: nicht zwischen den Bücherregalen und am Computer, sondern in einem angenehmen Garten mit Bier und Wein aufm Tisch. Und es waren dieselben netten und klugen Menschen, wie in der Bibliothek.
Sind es wirklich zehn Monate gewesen? Mir scheint es gestern gewesen zu sein, als er mir das Presseinstitut gezeigt und die Kollegen vorgestellt hat. Wie sagen es die Deutschen: die Zeit vergeht wie im Fluge. Hmmm, tatsächlich!
Noch am Nachmittag, bevor mir meine Umhängetasche samt dem Buch geklaut wurde, habe ich den Roman zu Ende gelesen. Buddenbrooks von Thomas Mann. Heute habe ich mir auch die Verfilmung angeschaut, die vom Jahre 1959. Damit ist die Mission erfüllt: nach den Novellen endlich auch einen der großen Romane dieses außergewöhnlichen Schriftstellers (im Original) gelesen. Und unterm Strich er hat mir ganz gut gefallen!
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Ich habe gestern ein nettes Abschiedsgeschenk von meinen Fußballkameraden bekommen: ein Trikot mit meinem Namen. Sehr nett von ihnen. Wir haben immer donnerstags gespielt. In den letzten Wochen war ich leider nicht mehr dabei, aber davor hat es immer Spaß gemacht.
Vielen Dank für dieses treffende Abschiedsgeschenk. Ich werde es immer beim Fußball spielen anhaben. (Und jedes Mal, wenn ich Jclayton getunnelt habe, werde ich an Daniel denken)

Dieses WM-Finale werde ich mit Sicherheit nicht vergessen. Nicht weil ich so glücklich über das Ergenis oder zufrieden mit der dargebotenen Fußballkunst wäre, gar nicht. Ich war eher für die Niederländer und das Spiel war alles andere, als Fußballzauber. Dieser Fußballabend bleibt aus einem anderen Grund unvergesslich: um halb eins in der Nacht war ich noch in der Polizeistation “Am Brill”. Meine Umhängetasche wurde mir geklaut. Samt meiner EC-Karte, meinem Schlüsselbund und Handy. Toll, oder?
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Es gab wenig Leute in diesen zehn Monaten in Bremen, die mich so angewidert haben, wie dieser Hausmeister. Eigentlich kein anderer. Heute war er bei mir wegen der Vorabnahme meines Zimmers. Brrrrrr.
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Oh, wie bitter ist das. Es wäre so schön gewesen, Deutschland im Finale hier in Bremen zu erleben. Stattdessen sehe ich Lahm, wie er während eines Interviews mit seinen Tränen kämpft. Und den riesigen Mertesacker trostlos auf der Bank zu hocken…
Dass Spanien besser gewesen ist und verdient gewonnen hat? Wen tröstet das? Einen richtigen Fan sicher nicht. Mich auch nicht.
Die passende Krönung eines miserablen Tages. Schade…